i\'m just killing lately
my life and my little dreams...

Bin neu hier, daher fang ich vielleicht am besten mal von vorn an... (ich versuche es kurz zu halten, aber schonmal im voraus: Sorry falls es zum Roman mutiert!).

In einer gläubigen Familie aufgewachsen war ich von Kinderbeinen an nur da um gut zu sein. Gut vor den Nachbarn, gut in der Schule, im Sport, in allem. Immer lieb und brav, ich musste allen gefallen, damit alle sehen was für eine tolle Familie wir angeblich sind. Ich habe zwar Geschwister, aber die sind 12 und 16 Jahre älter als ich. Sie haben einfach ihr eigenes Leben gelebt, oder sogar mitgemacht (vielleicht auch unbewusst). Und sie zeigten mir oft genug das ich nicht dazu gehörte. "Du wurdest auf dem Müll gefunden!" - um nur ein Beispiel zu nennen.

Meine "Eltern" waren streng. Keine Liebe. Keine Emotionen, wenn dann nur Kälte und vielleicht sogar Hass. Ich wurde Emotional zum Krüppel. Ich wurde geschlagen und gehasst und war an allem was passierte Schuld. Ob ich damit etwas zu tun hatte oder nicht.

Kein Kind, eine Puppe die funktionieren und gehorchen musste, immer.

Mit 7/8 war ich soweit, dass ich heimlich mit Hilfe meiner Schwester ein Sparbuch aufgemacht habe und von da an die Cents und Mark (später dann Euro) die ich finden konnte einzahlte, um irgendwann da raus zu kommen. Ich nahm es, ja, immer ganz wenig damit es nicht auffiel. Und auch nur von meinen Erzeugern.
Irgendwann mit 11/12 war ich geistig aber so zerstört, dass ich auch das nicht mehr konnte. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits knapp 1500-2000€ zusammengespart.
Auch schlug ich ihnen vor mich ins Internat zu stecken, aber dafür war ihnen das Geld zu schade.
Aber ich war bereits so tief in diesem Loch drin, das mein Körper einfach nur noch funktionierte. Mit 15 gab auch der auf. Ich sah keinen Sinn mehr, in nichts. Ich ging nicht mehr zur Schule, war einfach nur noch eine leere Hülle. Und dabei war ich im Kindergartenalter noch so frech und lebhaft - zumindest sieht es auf den Bildern so aus (diese Fotos enden aber im Alter von 7/8). Das hatten sie mir gründlich ausgeprügelt.
Mit 16 war es dann kurz vor 12. Nachts war ich nur noch unterwegs, hab mich selbst verletzt um überhaupt irgendetwas zu spüren. Davon bekam aber keiner etwas mit - wollten sie warscheinlich auch gar nicht.
Bis dann die Schule das Jugendamt verständigte. Einer ehemalige Klassenlehrerin sei Dank, die ein wenig von mir wusste.
Als dann der Typ vom Jugendamt kam ging alles ganz schnell.
"Willst du hier raus?" "Ja." "Bist du sicher?" "Ja."

Hier setze ich einen Cut. Wie gesagt, das hier ist nur die ganz kurze Fassung, viele Einzelheiten und Abschnitte fehlen. Es wird aber bestimmt noch einiges Folgen.

Heute bin ich 21, immer noch in der Jugendhilfe, allerdings wohne ich seit Jahren alleine. Ich habe es irgendwann irgendwie geschafft aus diesem Loch rauszuklettern und bin aufgestanden. Es hat lange gedauert, ja, ich habe immer noch Probleme ohne "Masken" zu leben um irgendetwas vorzuheucheln. Auch gibt es ab und an Rückschläge, aber ich versuche immer dem Loch auszuweichen. Aber die Mauer um mich herum bleibt und schützt mich.
Mit meiner Familie habe ich von meiner Seite aus den Kontakt abgebrochen - von Anfang an - da alles was von ihnen kommt Schuldzuweisungen, Ermahnungen, Befehle und Beschimpfungen sind.
Die Einzelgängerin, die ich einmal war, bin ich auch nicht mehr - was wirklich ein Wunder ist.
Aber manchmal kommen die Gedanken zurück, genauso wie jetzt, und auch wenn ich heute Freunde habe bin ich immernoch ein Mensch der es lieber mit sich selbst ausmacht als andere damit zu belasten.
Ich erhoffe mir durch diesen Blog etwas freier von diesen Gedanken leben zu können. Damit möchte ich mich selbst besser Kennenlernen und verstehen.

Außerdem möchte ich meine Vertrauens- und Beziehungsängste überwinden, vorallem da ich jemanden mag, auch wenn es so aussieht als würde er mich nicht so mögen wie ich ihn.

Als ich in die Jugendhilfe kam wog ich 46kg, heute 66 bei 1.70cm Körpergröße... Ich möchte wieder abnehmen, mich endlich verlieben, mich selbst verwirklichen und nur noch MEINE Träume verwirklichen.

Nicht mehr für Andere sondern nur noch für mich selbst - trotz Rückschlägen möchte ich meine kleinen Träume nicht aufgeben!

Aber für heute habe ich genug geschrieben (tut mir Leid für den Roman!). Für alle die, die es wirklich geschafft haben alles zu lesen: Vielen Dank und ich hoffe es hört sich nicht allzu nervig an, aber ich musste es einfach mal niederschreiben, bevor mein Hirn explodiert...

Gute Nacht allerseits!

30.8.11 00:55
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


valiz / Website (30.8.11 10:36)
Deine Geschichte hat mich echt berührt.
Niederschreiben ist gut, es hilft.


Andreas / Website (31.8.11 07:48)
Ich finde es gut dass du den Kontakt zu deiner Familie abgebrochen hast. Jede Beschäftigung mit diesen Kreaturen ist verschwendete Zeit, die sie nicht verdienen. Und sie verdienen dich auch nicht. Du wirst deinen Weg gehen, du wirst stark, glücklich und frei sein. Trotzdem; manchmal sind Masken sinnvoll, und nicht jeder verdient dein Vertrauen. Wenn du dich öffnest muss der andere dieses Vertrauen auch verdienen und liebevoll damit umgehen. Liebe Grüße!

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen
Gratis bloggen bei
myblog.de